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Barrierefreiheit von Bussen nach UN-Regelung Nr. 107

Wie Anhang 8 der UN-Regelung Nr. 107 für Busse der Klasse I Stufenhöhen, Rampen, Hublifte und Rollstuhlplätze vorschreibt, Niederflur definiert und andere Klassen nur an verbaute Ausstattung bindet.

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Ausgeklappte Rollstuhlrampe an der vorderen Tür eines Niederflur-Stadtbusses
Steve Morgan — CC BY-SA 4.0

Die Barrierefreiheit von Bussen nach UN-Regelung Nr. 107 ist eine Frage der Fahrzeugklasse, nicht ein einheitlicher Standard für alle Busse: Anhang 8 ist für Fahrzeuge der Klasse I verbindlich vorgeschrieben, während die Regelung für jede andere Klasse den Vertragsparteien die Wahl der Lösung überlässt und die einschlägigen Anforderungen des Anhangs 8 für andere Fahrzeuge vorsieht, die mit Einrichtungen für Personen mit eingeschränkter Mobilität und/oder Rollstuhlfahrer ausgestattet sind.

Die Klasseneinteilung entscheidet alles

Absatz 2.1.1 unterteilt Fahrzeuge, die zusätzlich zum Fahrer mehr als 22 Fahrgäste befördern können, in drei Klassen: Klasse I, Fahrzeuge mit Stehplätzen, die die Beförderung von Fahrgästen auf Strecken mit zahlreichen Haltestellen ermöglichen; Klasse II, Fahrzeuge, die hauptsächlich zur Beförderung sitzender Fahrgäste gebaut und so ausgelegt sind, dass die Beförderung stehender Fahrgäste im Gang und/oder in einem Bereich, der nicht größer ist als der Raum von zwei Sitzbänken, möglich ist; Klasse III, Fahrzeuge, die ausschließlich für die Beförderung sitzender Fahrgäste gebaut sind. Bei Fahrzeugen, die zusätzlich zum Fahrer bis zu 22 Fahrgäste befördern können, unterscheidet Absatz 2.1.2 zwischen Klasse A, für die Beförderung stehender Fahrgäste ausgelegt, und Klasse B, bei der dies nicht der Fall ist. Nach Absatz 2.1.1.4 kann ein Fahrzeug zu mehr als einer Klasse gehören, und dann „kann es für jede Klasse, der es entspricht, genehmigt werden“.

Absatz 5.2 verlangt, dass Fahrzeuge der Klasse I gemäß Anhang 8 für Personen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich sind, einschließlich mindestens eines Rollstuhlfahrers und eines aufgeklappten Kinderwagens oder Kindersportwagens. Absatz 5.3 regelt den Rest: Es „steht den Vertragsparteien frei, für die Verbesserung der Zugänglichkeit von anderen Fahrzeugen als denen der Klasse I die geeignetste Lösung zu wählen“, doch wenn andere Fahrzeuge „mit Einrichtungen für Personen mit eingeschränkter Mobilität und/oder Rollstuhlfahrer ausgestattet sind, müssen diese Fahrzeuge den einschlägigen Anforderungen des Anhangs 8 entsprechen“. Nach Absatz 5.4 hindert nichts in der Regelung die nationalen Behörden einer Vertragspartei daran, bestimmte Verkehrsdienste Fahrzeugen vorzubehalten, die nach Anhang 8 ausgestattet sind. Beide Möglichkeiten liegen bei den Vertragsparteien und ihren nationalen Behörden.

Niederflur ist in der Regelung definiert – Low-Entry nicht

Absatz 2.1.4 definiert ein Niederflurfahrzeug als ein Fahrzeug der Klasse I, II oder A, in dem mindestens 35 % des Bereichs für stehende Fahrgäste – bei einem Gelenkfahrzeug dessen vorderer Teil, bei einem Doppeldeckfahrzeug dessen Unterdeck – eine Fläche ohne Stufen bilden und Zugang zu mindestens einer Betriebstür bieten. Ein Reisebus der Klasse III fällt nicht darunter, weil 2.1.4 nur die Klassen I, II und A nennt; dass keine Stehfläche zum Messen vorhanden ist, ergibt sich aus der Klasse selbst und ist nicht das Prüfkriterium.

Der Begriff Low-Entry taucht in der Regelung nirgends auf. Absatz 2.2.1 Buchstabe d nennt als Aufbaukonzepte, die einen Fahrzeugtyp vom anderen unterscheiden, „Ein-/Zweideck, Gelenkfahrzeug, Niederflurfahrzeug“, und der Beschreibungsbogen in Anhang 1 fragt in denselben Begriffen nach der „Art des Aufbaus“. MAN, das seinen Lion’s Intercity LE in die Klasse Low Entry einordnet, beschreibt eine Niederflurfläche und einen erhöhten Heckbereich; regulatorisch betrachtet ist ein solcher Bus nur dann ein Niederflurfahrzeug, wenn er den 35-%-Test besteht.

Stufenhöhen und die Kneeling-Funktion

Anhang 8 Absatz 3.1 legt fest, dass die Höhe der ersten Stufe über der Fahrbahn an mindestens einer Betriebstür „folgende Werte nicht überschreiten“ darf: „250 mm bei Fahrzeugen der Klassen I und A und 320 mm bei Fahrzeugen der Klassen II, III und B“; entspricht nur eine Betriebstür dieser Anforderung, „darf keine Schranke oder kein Schild vorhanden sein, die verhindern, dass die Tür sowohl als Einstieg als auch als Ausstieg benutzt wird“. Als Alternative darf bei Fahrzeugen der Klassen I und A die Höhe der ersten Stufe über der Fahrbahn „an zwei Türöffnungen, nämlich einem Einstieg und einem Ausstieg, 270 mm nicht überschreiten“. Die Höhe aller Stufen in einem Zugang an diesen Türen und im gesamten Gang darf „folgende Werte nicht überschreiten: 200 mm bei Fahrzeugen der Klassen I und A und 250 mm bei Fahrzeugen der Klassen II, III und B“.

Derselbe Absatz unterscheidet nach Bauart: Bei Niederflurfahrzeugen „darf die Absenkvorrichtung aktiviert sein, aber keine einklappbare Stufe ausgeklappt sein“; bei anderen Fahrzeugen „darf die Absenkvorrichtung aktiviert sein und/oder eine einklappbare Stufe ausgeklappt sein“. Absatz 2.31 definiert die „Absenkvorrichtung“ (Kneeling) als „ein System, durch das der Aufbau eines Fahrzeugs gegenüber der normalen Fahrtposition ganz oder teilweise abgesenkt oder angehoben wird“, und nach 3.11.2.4 darf bei einer an einem Fahrzeug angebrachten Absenkvorrichtung „eine Fahrzeuggeschwindigkeit von mehr als 5 km/h nicht möglich sein, wenn das Fahrzeug unter seine normale Fahrtstellung abgesenkt ist“.

Der Oktober-2021-Launch von MAN gibt für die City-Version des Lion’s Intercity LE auf Reifen der Größe 275/70 R22,5 eine Einstiegshöhe von 320 mm bei plattformloser Gestaltung der Niederflurfläche an; die Intercity-Version trägt dieses Reifenformat nur als Option, und auf ihren serienmäßigen Reifen der Größe 295/80 R22,5 liegt der Wert bei 380 mm. Die MAN-Meldung vom Oktober 2022 wiederholt die 320 mm der City-Version. Die beiden MAN-Werte liegen 60 mm auseinander (unsere Rechnung), und MAN nennt jeden Wert zu seiner jeweiligen Reifengröße. Mercedes-Benz veröffentlicht dieselbe Art von Angabe für den Citaro: 320 mm an den ersten beiden Türen auf Reifen der Größe 275/70 R22,5. Dies sind herstellerseitige Einstiegshöhen, und keiner der beiden Hersteller sagt, wie sie gemessen wurden; die R107-Erststufenhöhe wird nach Anhang 3 Absatz 7.7.7.3 auf ebenem Boden, bei fahrbereiter Masse, mit der vom Hersteller für die technisch zulässige Gesamtmasse angegebenen Bereifung und deren Luftdruck gemessen.

Rampen und Hublifte

Absatz 3.11.4.1.3 legt Breite und Neigung der Rampe fest. Für die Breite gilt: Die Rampe „muss mindestens 800 mm breit sein“. Ihre Neigung „darf nicht mehr als 12 % betragen“, wenn die Rampe auf einen 150 mm hohen Bordstein ausgefahren oder entfaltet ist, und „darf nicht mehr als 36 % betragen“, wenn sie auf den Boden ausgefahren oder entfaltet ist; weiter heißt es: „Zur Ausführung dieser Prüfung darf eine Absenkvorrichtung verwendet werden.“ Zur Tragfähigkeit heißt es nach 3.11.4.1.5: „Die Rampen müssen für einen sicheren Betrieb mit einer Last von 300 kg tauglich sein.“ Nach 3.11.3.1.2 gilt für die Plattform der Hubvorrichtung (Hublift): Sie „muss mindestens 800 mm breit und mindestens 1 200 mm lang sein und für eine Betriebslast von mindestens 300 kg ausgelegt sein“; nach 3.11.1.2 gilt bei Fremdkraftausfall: „Im Falle eines Fremdkraftausfalls müssen sich Hubvorrichtungen und Rampen von Hand betätigen lassen.“

Rollstuhlplatz und Vorrangsitzplätze

Absatz 3.6.1 verlangt für jeden Rollstuhlfahrer, für den der Fahrgastraum eingerichtet ist, einen besonderen Bereich von mindestens 750 mm Breite, 1.300 mm Länge und 1.400 mm Höhe, rutschhemmend, dessen Neigung nach vorwärts und nach rückwärts „5 % nicht übersteigen“ darf und in Querrichtung 3 %. Diese Grenzwerte sind nicht absolut: Am Ende des Rollstuhlbereichs, wo Bereiche mit unterschiedlicher Neigungsrichtung zusammentreffen, „dürfen diese Grenzwerte jedoch überschritten werden“, sofern die Gesamtfläche dieser Bereiche 25 % der Gesamtfläche des Rollstuhlbereichs nicht überschreitet; bei einem entgegen der Fahrtrichtung stehenden Rollstuhl, der Absatz 3.8.4 entspricht, darf die Neigung in Längsrichtung „8 % nicht übersteigen“, sofern sie vom vorderen Rand bis zum hinteren Rand des besonderen Bereichs aufwärts verläuft.

Der Bezugsrollstuhl in Anhang 4 Abbildung 21 ist 1.200 mm lang, 700 mm breit und 1.090 mm hoch, und 3.6.4 verlangt, dass sich ein Rollstuhlfahrer mit diesem Bezugsrollstuhl „frei und ungehindert“ von außerhalb des Fahrzeugs durch mindestens eine der für Rollstuhlfahrer vorgesehenen Türen zu den besonderen Bereichen bewegen kann; 3.6.4.1 definiert das als ausreichend Platz, um den Rollstuhl alleine manövrieren zu können, und als Fehlen von Stufen, Zwischenräumen oder Haltestangen, die den Rollstuhlfahrer in seiner Bewegungsfreiheit behindern könnten. Nach 3.6.2 „muss mindestens eine Tür vorhanden sein, die von Rollstuhlfahrern benutzt werden kann“; bei Fahrzeugen der Klasse I „muss mindestens eine Betriebstür für den Zugang von Rollstuhlfahrern vorhanden sein“, und die Tür für den Zugang von Rollstuhlfahrern „muss mit einer Einstiegshilfe ausgestattet sein“, die den Bestimmungen von Absatz 3.11.3 (Hubvorrichtung) oder 3.11.4 (Rampe) entspricht. Nach 3.6.3 beträgt die Mindestbreite aller für Rollstuhlfahrer vorgesehenen Türen 900 mm (die Türen „müssen mindestens 900 mm breit sein“), was in Höhe der Haltestangen um 100 mm verringert werden darf (diese Breite „darf um 100 mm geringer ausfallen“), und eine für Rollstuhlfahrer vorgesehene Tür, die keine Betriebstür ist, muss mindestens 1.400 mm hoch sein.

Anhang 3 Absatz 7.7.8.5.3 legt die Mindestzahl der Vorrangsitze fest: vier bei Klasse I, zwei bei Klasse II, einer bei Klasse A, sowie zwei beziehungsweise einer, wenn Fahrzeuge der Klasse III und Klasse B Anhang 8 unterliegen. Anhang 8 Absatz 3.2.6.1 bringt den Fußraum an einem Vorrangsitz bei Klasse I und A auf eine Höhe mit dem angrenzenden Gang, doch 3.2.6.2 beschränkt dies bei Fahrzeugen der Klasse I mit einer Breite von nicht mehr als 2,35 m auf zwei der vorgeschriebenen Vorrangsitzpositionen; für die übrigen darf der senkrechte Abstand zwischen dem Fußboden des Sitzbereichs und dem Gang „nicht mehr als 250 mm betragen“.

Warum Reisebusse der Klasse III nicht unter die Pflicht fallen

Ein Reisebus der Klasse III befördert ausschließlich sitzende Fahrgäste und wird von der Pflicht nach Absatz 5.2 nicht erfasst. Es bleiben 5.3, bindend für andere Fahrzeuge, die mit Einrichtungen für Personen mit eingeschränkter Mobilität und/oder Rollstuhlfahrer ausgestattet sind, und 5.4.

In den britischen Public Service Vehicles Accessibility Regulations 2000 (PSVAR) beschränkt regulation 2 „bus“ und „coach“ auf Fahrzeuge mit einer Kapazität von mehr als 22 Fahrgästen zusätzlich zum Fahrer, und regulation 3 verlangt seit dem 31. Dezember 2000 Bescheinigungen. Ein Eindecker über 7,5 Tonnen, der an oder nach diesem Datum im Einsatz ist, benötigt eine Bescheinigung zu Schedules 1 und 2 (reg 3(2)); für einen Doppeldecker gilt ab demselben Datum dasselbe, ohne Gewichtsschwelle (reg 3(5)); für einen Reisebus ist ab dem 31. Dezember 2000 eine Bescheinigung nach Schedule 3 erforderlich (reg 3(6)) und ab dem 1. Januar 2005 eine Bescheinigung nach Schedule 1 (reg 3(7)). Eindecker mit 7,5 Tonnen oder weniger fallen unter reg 3(3) und 3(4), wo die Ausnahme für ältere Fahrzeuge bis zum 1. Januar 2015 lief. Die Daten 1. Januar 2016, 2017 und 2020 sind keine Startdaten: Es sind die Daten, bis zu denen ein Fahrzeug, das vor dem 31. Dezember 2000 erstmals im Einsatz war (1. Januar 2005 für die Schedule-1-Anforderung bei Reisebussen) oder vor dem 1. Oktober 2000 hergestellt wurde (1. Oktober 2004), keine Bescheinigung benötigte. Und reg 3(9)(b) grenzt den Anwendungsbereich ein: „used“ oder „in use“ bedeutet die Nutzung für einen Nahverkehrsdienst oder einen Linienverkehr, und regulation 2 schließt einen Gelegenheitsverkehr (tour service) von einem Linienverkehr (scheduled service) aus — sodass PSVAR einen Reisebus erfasst, sobald er für einen Nahverkehrsdienst oder Linienverkehr eingesetzt wird, vorbehaltlich regulation 4, wonach die Anforderungen aus regulation 3 nicht für Fahrzeuge in bestimmten aufgeführten Klassen gelten, darunter ein Fahrzeug, das nach section 19 des Transport Act 1985 eingesetzt wird, sowie eines, das mehr als zwanzig Jahre nach seiner ersten Nutzung auf einer Straße nicht „for more than 20 days in any calendar year“ für einen Nahverkehrsdienst oder Linienverkehr eingesetzt wird.

Die Verordnung (EU) Nr. 181/2011 ist EU-Recht; legislation.gov.uk veröffentlicht eine mit UK-Änderungen aktuell gehaltene Fassung, in die S.I. 2019/141 die Wendung „in the United Kingdom or“ in den Anwendungsbereichstest von Artikel 2 Absatz 1 eingefügt hat. Artikel 2 Absatz 1 erstreckt die Verordnung auf Fahrgäste eines Linienverkehrs für nicht näher bestimmte Gruppen von Fahrgästen mit einer planmäßigen Wegstrecke von 250 km oder mehr; nach Artikel 2 Absatz 2 gelten unter anderem auch Artikel 9 und Artikel 10 Absatz 1 für Linienverkehre unter 250 km. Artikel 9 verbietet es, eine Reservierung, einen Fahrschein oder die Beförderung wegen einer Behinderung oder eingeschränkter Mobilität abzulehnen – doch nach Artikel 10 Absatz 1 „können“ Beförderer, Reisevermittler und Reiseveranstalter sich „weigern“, um geltenden Sicherheitsanforderungen nachzukommen, die durch Vorschriften des internationalen Rechts, des Unionsrechts oder des nationalen Rechts festgelegt sind, oder Gesundheits- und Sicherheitsanforderungen, die von den zuständigen Behörden erlassen wurden, oder wenn es wegen der Bauart des Fahrzeugs oder der Infrastruktur, einschließlich der Busbahnhöfe und Bushaltestellen, physisch nicht möglich ist, den Einstieg, den Ausstieg oder die Beförderung auf sichere und operationell durchführbare Weise vorzunehmen. Wird eine Reservierung oder ein Fahrschein abgelehnt, verpflichtet Artikel 10 Absatz 2 den Beförderer, die betroffene Person über jede annehmbare Beförderungsalternative mit einem Dienst des Beförderers zu unterrichten, und nach Artikel 10 Absatz 3 muss einer Person, die eine Reservierung oder einen Fahrschein besitzt, Artikel 14 Absatz 1 Buchstabe a erfüllt hat und der dennoch die Beförderung verweigert wird, die Wahl angeboten werden zwischen Erstattung – gegebenenfalls samt einer kostenlosen Rückfahrt zum ersten Abfahrtsort – und, sofern machbar, Fortsetzung der Fahrt oder Weiterreise mit geänderter Streckenführung; der Anspruch auf Erstattung des Fahrpreises wird „nicht dadurch berührt, dass keine Meldung gemäß Artikel 14 Absatz 1 Buchstabe a erfolgt ist“. Vorbehaltlich der Zugangsbedingungen aus Artikel 11 Absatz 1 verlangt Artikel 13 Absatz 1 kostenlose Unterstützung an von den Mitgliedstaaten benannten Busbahnhöfen, und Artikel 14 Absatz 1 macht dies davon abhängig, dass der Bedarf „spätestens 36 Stunden vor dem Zeitpunkt, zu dem die Hilfeleistung benötigt wird“, gemeldet wird und sich die Person an der benannten Stelle einfindet; erfolgt keine solche Meldung, verlangt Artikel 14 Absatz 4 dennoch von Beförderern, Busbahnhofbetreibern, Reisevermittlern und Reiseveranstaltern „alle zumutbaren Anstrengungen“, damit die Person einsteigen, umsteigen oder aussteigen kann. Nach Artikel 18 Absatz 1 können die Mitgliedstaaten, unbeschadet von Artikel 2 Absatz 2, „nationale Linienverkehrsdienste“ ganz oder teilweise von den Bestimmungen des Kapitels III ausnehmen, sofern ihre nationalen Vorschriften behinderten Menschen und Personen mit eingeschränkter Mobilität mindestens denselben Schutz bieten. Welche dieser Pflichten einen bestimmten Dienst erreichen und welche unterhalb der 250-km-Grenze entfallen, steht unter Fahrgastrechte im Busverkehr.

Was die Bodenwahl mit sich bringt

Anhang 11 rechnet für jeden Rollstuhlplatz 250 kg an, „was der Masse eines Rollstuhls und eines Rollstuhlfahrers entspricht“, und Anhang 3 Absätze 7.2.2.2.9 und 7.2.2.2.10 nehmen dessen Fläche aus dem Bereich für stehende Fahrgäste heraus, sobald er als von Rollstuhlfahrern besetzt gilt oder ausschließlich Rollstuhlfahrern vorbehalten ist. Nach unserer Rechnung entspricht eine mindestens 750 mal 1.300 mm große Fläche 0,975 m², der Fläche von 7,8 stehenden Fahrgästen bei der üblichen Stehfläche von 0,125 m² je stehendem Fahrgast, die Anhang 11 für Klasse I und A festlegt.

Die Regelung wählt keinen Boden für eine Strecke aus; sie legt fest, was jede Wahl erfüllen muss. Ein Fahrzeug der Klasse I trägt die Pflicht aus Anhang 8: eine erste Stufe an mindestens einer Betriebstür, die „250 mm bei Fahrzeugen der Klassen I und A“ nicht überschreiten darf (oder, als Alternative, 270 mm bei zwei Türöffnungen, einer Einstiegs- und einer Ausstiegstür), Stufen von nicht mehr als 200 mm im Zugangsbereich und im gesamten Gang sowie eine Hubvorrichtung oder eine Rampe an der Tür für den Zugang von Rollstuhlfahrern. Ist das Fahrzeug nach 2.1.4 ein Niederflurfahrzeug, lässt Anhang 8 Absatz 3.1 nur die Absenkvorrichtung zu, keine einklappbare Stufe; bei anderen Fahrzeugen dürfen die Absenkvorrichtung und/oder eine einklappbare Stufe eingesetzt werden. MAN zeigt an seinem eigenen Low-Entry-Modell den Kompromiss bei den Sitzplätzen: Die Intercity-Version des Lion’s Intercity LE „always has platforms in the front section“, was ihr laut MAN mindestens zehn Sitzplätze mehr verschafft als der City-Version. Klasse III trägt keine R107-Pflicht, doch sind in einem solchen Fahrzeug Einrichtungen für Personen mit eingeschränkter Mobilität und/oder Rollstuhlfahrer verbaut, muss das Fahrzeug den einschlägigen Anforderungen des Anhangs 8 entsprechen, und PSVAR gilt, sobald der Reisebus für einen Nahverkehrsdienst oder Linienverkehr eingesetzt wird, vorbehaltlich der Ausnahmen in seiner regulation 4.

Die Änderungsserie 11 legt den Übergang fest: Nach Absatz 10.36 sind die Vertragsparteien ab dem 1. September 2027 nicht mehr verpflichtet, Typgenehmigungen nach einer vorhergehenden Änderungsserie anzuerkennen, die nach diesem Datum erstmals erteilt wurden; 10.37 verpflichtet sie, vor dem 1. September 2027 erstmals erteilte Genehmigungen der Änderungsserie 10 bis zum 1. September 2030 anzuerkennen; und 10.39 verlangt die fortgesetzte Anerkennung von Genehmigungen der Änderungsserien 06 bis 10 für Fahrzeuge, die von den durch die Änderungsserie 11 eingeführten Änderungen nicht betroffen sind.

Das Department for Transport verzeichnete zum Stand März 2025 30.558 von lokalen Busunternehmen eingesetzte Busse in England, von denen 99 % mit einer Barrierefreiheitsbescheinigung ausgestattet waren.

Kurz beantwortet

Welche Busse müssen nach UN-Regelung Nr. 107 barrierefrei sein?
Es ist eine Klassenteilung. Absatz 5.2 macht die Barrierefreiheit nach Anhang 8 für Fahrzeuge der Klasse I zur Pflicht, einschließlich mindestens eines Rollstuhlfahrers und eines aufgeklappten Kinderwagens oder Kindersportwagens. Für andere Fahrzeuge überlässt Absatz 5.3 die Wahl der Lösung den Vertragsparteien, doch sind sie mit Einrichtungen für Personen mit eingeschränkter Mobilität und/oder Rollstuhlfahrer ausgestattet, „müssen diese Fahrzeuge den einschlägigen Anforderungen des Anhangs 8 entsprechen“; ein Reisebus der Klasse III wird von der Pflicht nicht erfasst.
Was ist der Unterschied zwischen Niederflur- und Niedereinstiegsbus?
Niederflur ist in R107 definiert (Absatz 2.1.4): ein Fahrzeug der Klasse I, II oder A, in dem mindestens 35 % des Bereichs für stehende Fahrgäste eine Fläche ohne Stufen bilden und Zugang zu mindestens einer Betriebstür bieten. Low-Entry kommt in der Regelung nirgends vor — MAN verwendet den Begriff für einen Bus mit einer Niederflurfläche und einem erhöhten Heckbereich, und regulatorisch betrachtet ist ein solcher Bus nur dann Niederflur, wenn er den 35-%-Test besteht.
Was verlangen die Regeln für Rampe und Rollstuhlplatz?
Die Rampe „muss mindestens 800 mm breit sein“, und die Rampen „müssen für einen sicheren Betrieb mit einer Last von 300 kg tauglich sein“; ihre Neigung auf einen 150-mm-Bordstein „darf nicht mehr als 12 % betragen“. Jeder Rollstuhlplatz muss mindestens 750 mm breit, 1.300 mm lang und 1.400 mm hoch sein, mit einer Neigung nach vorwärts und nach rückwärts, die „5 % nicht übersteigen“ darf, vorbehaltlich der Ausnahmen in Absatz 3.6.1. Die Mindestzahl der Vorrangsitze beträgt vier bei Klasse I und zwei bei Klasse II.
Müssen Reisebusse rollstuhlgerecht sein?
Nicht nach der R107-Pflicht in Absatz 5.2, die Klasse III nicht erreicht — aber sind in einem solchen Fahrzeug Einrichtungen für Personen mit eingeschränkter Mobilität und/oder Rollstuhlfahrer verbaut, muss das Fahrzeug den einschlägigen Anforderungen des Anhangs 8 entsprechen (Absatz 5.3). Das britische PSVAR verlangt Bescheinigungen für einen Reisebus, sobald er für einen Nahverkehrsdienst oder Linienverkehr eingesetzt wird, vorbehaltlich der Ausnahmen in seiner regulation 4, und die Verordnung (EU) Nr. 181/2011 fügt Fahrgastrechte-Pflichten bei Linienverkehr ab 250 km hinzu, wobei Artikel 9 und Artikel 10 Absatz 1 auch unterhalb dieser Strecke gelten; nach ihrem Artikel 18 Absatz 1 können die Mitgliedstaaten „nationale Linienverkehrsdienste“ ganz oder teilweise von deren Behindertenbestimmungen ausnehmen, sofern ihre nationalen Vorschriften mindestens denselben Schutz bieten.

Quellen

  1. UN Regulation No. 107 — Uniform provisions concerning the approval of category M2 or M3 vehicles with regard to their general construction [2026/139], incorporating all valid text up to the 10 series (in force 8 October 2022) and the 11 series (in force May 2026); authentic texts ECE/TRANS/WP.29/2019/10, /2019/12, /2020/14, /2021/26, /2022/53 and /2025/105 — Official Journal of the European Union, L series, 2026/139, 29 January 2026 (UNECE text)
  2. Regulation (EU) No 181/2011 concerning the rights of passengers in bus and coach transport — Articles 2, 9, 10, 13, 14 and 18 (EU text) — Official Journal of the European Union
  3. Regulation (EU) No 181/2011, Article 2 — UK version ("in the United Kingdom or" inserted by S.I. 2019/141) — legislation.gov.uk, The National Archives
  4. The Public Service Vehicles Accessibility Regulations 2000 (SI 2000/1970), regulation 3 (Application), latest available version — legislation.gov.uk, The National Archives
  5. The Public Service Vehicles Accessibility Regulations 2000 (SI 2000/1970), regulation 2 (Interpretation), latest available version — legislation.gov.uk, The National Archives
  6. The Public Service Vehicles Accessibility Regulations 2000 (SI 2000/1970), regulation 4 (Exemptions), latest available version — legislation.gov.uk, The National Archives
  7. Annual bus statistics: year ending March 2025 (revised) — UK Department for Transport
  8. Flexible in City and Intercity use: New MAN Lion's Intercity LE sets benchmark in Low Entry class (5 October 2021) — MAN Truck & Bus SE
  9. City bus with a view: MAN Lion's Intercity LE now also comes in a City version with MAN EfficientHybrid (26 October 2022) — MAN Truck & Bus SE